Mein Leben zwischen Umwegen und Aufbruch

Mein Leben verlief nicht geradlinig. Nach dem Abitur stand vor allem der Wunsch im Vordergrund, schnell auf eigenen Beinen zu stehen und finanziell unabhängig zu sein. Obwohl viele Studienrichtungen in meinem Kopf präsent waren – von Modedesign über Medizin bis hin zu Psychologie – entschied ich mich sehr spontan für die Ausbildung zur Krankenschwester. Und so begann im Oktober dieses Jahres dieser neue Lebensabschnitt. Während der Ausbildung zeigte sich bereits, wie viel Bewegung in meinem Inneren war. Zwischen Lernphasen und Klinikalltag tauchte immer wieder der Gedanke auf, vielleicht doch Künstlerin zu werden. Kurz vor dem Examen stand ich sogar kurz davor, alles hinzuschmeißen – entschied mich aber dagegen.

Yoga, innere Entwicklung und neue Leidenschaften

Parallel dazu begegnete mir Yoga – zunächst ganz zufällig im Tanzstudio. Ich hatte davor keinerlei Bezug dazu, war aber nach der ersten Stunde tief davon berührt. Was als einzelne Praxis begann, wurde schnell zu einem täglichen Ritual. Bücher, Yoga-Outfits, Ernährung, Sanskrit und Mantren wurden Teil meines Alltags.

Gleichzeitig begann eine intensive innere Entwicklung. Themen wie Kindheits- und Entwicklungspsychologie rückten in meinen Fokus, begleitet von Coachingprozessen, Therapie und spirituellen Impulsen. Später kam zusätzlich die Kampfkunst Wah Lum Kung Fu of Northern Praying Mantis hinzu, die diese Phase noch einmal intensivierte.

In Münster, einer neuen Stadt während Corona, ohne vertrautes Umfeld, entstand daraus eine Lebensphase voller Struktur und Intensität: Unternehmensgründung, tägliche Yoga-Praxis, regelmäßiges Training und Coaching. Ihren Höhepunkt fand diese Zeit 2023 auf einer Kung-Fu-Meisterschaft in den USA – ein Moment, der rückblickend fast surreal wirkt.

Bruch, Krise und kompletter Neubeginn

Irgendwann wurde aus dieser Intensität eine Schwere. Die Frage, ob das wirklich mein Weg ist, wurde lauter. Mit der Zeit entfernten sich Dinge, die mir wichtig waren – Kreativität, Leichtigkeit, Familie, Lebensfreude.

Was folgte, war kein geplanter Schnitt, sondern ein schleichender Prozess, der in einem radikalen Umbruch endete. Zunächst die Trennung von einer zentralen Bezugsperson, später der Verlust meines Unternehmens. Damit brach ein existenzielles Fundament weg.

Es folgten Jahre voller Unsicherheit, rechtlicher Auseinandersetzungen und Neuorientierung. Gleichzeitig der Versuch, wieder Halt zu finden: zurück in die Pflege, zurück ins Krankenhaus, Schritt für Schritt zurück in ein Leben, das sich wieder nach mir anfühlt.

Heute wirkt vieles, was damals chaotisch erschien, wie ein zusammenhängender Prozess. Mit der Zeit entstand ein tieferes Verständnis für Menschen, für Lebensphasen und für das, was unter der Oberfläche passiert.

Genau daraus sind meine heutigen Wege entstanden: die Yogalehrerausbildung und die Ausbildung zur Female-Empowerment-Trainerin. Beide waren zunächst persönliche Prozesse – heute sind sie Angebote für andere Frauen, die sich in ähnlichen Übergängen befinden.

Ich bin da. Und begleite diesen Weg mit allem, was daraus entstanden ist.

Mein Leben war nie ein gerader Weg, sondern eine Bewegung aus Entscheidungen, Umwegen und Neuanfängen – und vielleicht liegt genau darin die Richtung, die ich gesucht habe.

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